Foto: Pharmaveranstaltung
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Veranstaltung am 26.06.2013

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Veranstaltung

Welchen Informationen können Ärzte noch vertrauen?
Der zunehmende Einfluss der pharmazeutischen Industrie auf Forschung und Information

 

Referenten und Themen

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig
Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Mitglied des Management-Board der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) und Mitherausgeber des „Arzneimittelbrief“

"Interessenskonflikte in der Medizin und ihre Bedeutung für evidenzbasierte Medizin und Leitlinien in der Praxis"

Wolfgang Becker-Brüser
Arzt und Apotheker, Chefredakteur des „Arzneitelegramm“

"Umsatzinteresse versus Patienteninteresse auf dem Arzneimittelmarkt"

 

Statements zur Situation in Nürnberg

Frau Dr. H. Lux (Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands Nürnberg und stellvertretende Vorsitzende der Bayerischen Landesärztekammer),
Herr Dr. Dr. G. Niklewski (Klinikumsleitung und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie)
und Herr Dr. V. Wambach (Leiter des Praxisnetz Nürnberg Nord und niedergelassener Allgemeinarzt)

Moderation Prof. Dr. Hannes Wandt, IPPNW Nürnberg

 

Veranstaltungsbericht

Am 26.06.2013 fand auf Initiative der IPPNW Regionalgruppe Nürnberg, Fürth, Erlangen am Klinikum Nürnberg eine öffentliche Veranstaltung statt, die eine kritische Auseinandersetzung über den Einfluss der Pharmaindustrie auf uns Ärzte zum Ziel hatte. Die Veranstaltung wurde vom Ärztlichen Kreisverband Nürnberg sowie vom Praxisnetz Nord unterstützt.

Die renommierten Pharmakritiker Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, und der Arzt und Apotheker Wolfgang Becker-Brüser, Chefredakteur des Arzneitelegramms, zeigten an vielen belegten Beispielen auf, wie sich die Parmaindustrie durch ihre Marketingstrategien immer wieder über Patienteninteressen hinwegsetzt, und wie mit unseriösen Studien Therapien über so genannte ärztliche Experten etabliert werden, die den Patienten nicht wirklich nützen und sogar manchmal schaden. Die Offenlegung der Finanzierung dieser Experten durch die Industrie ist bei uns noch sehr mangelhaft. Die Nürnberger Nachrichten titelten am 28.06. „Pharma-Studien ignorieren zu häufig das Wohl der Patienten“. Wolf-Dieter Ludwig sagt „85-90 Prozent aller neuen Arzneimittel haben in den letzten 50 Jahren wenig Nutzen, aber beträchtliche Schäden erzeugt.“ Und er fährt fort: „Gesponserte Studien haben überzufällig häufig ein positives Ergebnis und verschweigen Nebenwirkungen.“

Eine weitere Möglichkeit der Einflussnahme auf die Ärzte ist die Finanzierung der Fortbildung mit Einladung zu Kongressen und Veranstaltungen, auf denen wiederum die Referenten direkt oder indirekt von der Pharmaindustrie bezahlt werden.

Solange Krankenhäuser keinen ausreichenden eigenen Etat für die Fortbildung bereitstellen und Studien und Kongresse fast ausschließlich von den Geldern der Pharmaindustrie abhängen, wird sich an dieser Situation nichts ändern. Daher muss es unsere Forderung sein, dass öffentliche Institutionen (Gesundheitsministerien, Krankenhäuser und Krankenkassen etc.) mehr Verantwortung und Finanzierung übernehmen und sich nicht wie in der Vergangenheit immer mehr zurückziehen, um über Sparprogramme das Feld fast gänzlich der Industrie zu überlassen.

Hannes Wandt